A. K. Benedict – Die Seelen von London

Manchmal ist weniger mehr

Zum Inhalt: Glauben Sie an Geister? Nein? Dann geht es Ihnen wie Detective Inspector Jonathan Dark, der in London einen Frauenmörder jagt. Gerade erst hat das potentielle Opfer, die blinde Maria, bei einer ihrer „Schatzsuchen“ im Schlamm der Themse einen menschlichen Finger gefunden. Darauf ein gelber Diamantring und eine Botschaft in Braille-Schrift: „Willst du mich heiraten, Maria?“
Wenn Jonathan Dark Maria retten will, muss er lernen, seiner Intuition zu vertrauen. Und den Seelen, die unsichtbar zwischen den Lebenden wandeln und ihre ganz eigenen Rachepläne hegen. (Quelle)

Meine Meinung: Der Klappentext klang einfach zu gut, als dass dieses Buch nicht meine Aufmerksamkeit erregt hätte, doch den Ausschlag, dass es bei mir einziehen durfte, haben wieder einmal die „Leserstimmen“ gegeben. Dieses Buch sei, so sagten sie, wie die Bücher von Aaronovich nur gruseliger. Ich habe zwar bisher nur zwei Teile der Peter-Grant-Reihe gelesen, doch hat sie mir zumindest so gut gefallen, dass ich mir die Folgebände auch ins Regal gestellt habe. Dieses Buch ist tatsächlich ähnlich, Urban Fantasy meets Krimi, aber dennoch gänzlich anders. Was für mich jedoch ganz klar feststeht: Gruselig ist es nicht im Entferntesten. Zwar gibt es einen etwas fieseren Geist, aber damit es wirklich gruselig wird, hätte man das anders aufziehen müssen. 

Jonathan Dark hat einen neuen Fall: Er soll Maria vor einem Stalker schützen, nur weiß er nicht, wie dieser aussieht, denn Maria ist blind. Zwangsweise auf der Suche nach einer neuen Bleibe, landet er in einem Haus, in dem es spukt. Sein Nachbar Frank ist nicht nur Bestatter, sondern auch derjenige, der neue Geister in Empfang nimmt und ihnen ihr neues Dasein erklärt. In dieser Funktion ist er auf einen recht mächtigen kriminellen Ring in London aufmerksam geworen. Zunächst laufen alle Handlungsstränge unabhängig voneinander: Dark, Frank, Maria und der Stalker erzählen die Geschichte jeweils aus ihrer Perspektive. Erst später werden Verknüfpungen deutlich, aber nicht auf eine Weise, dass es mir möglich war, mitzurätseln wer der Mörder war.

Und da wäre ich auch schon am Knackpunkt dieses Buches angelangt: Der Plot bzw. der Aufbau der Story. An sich gefällt mir alles recht gut, doch ich hatte des öfteren das Gefühl, als hätte die Autorin zu viel auf einmal gewollt und ihre Story mit zu vielen guten Elementen völlig überfrachtet. Ich habe das Buch gerade in einer stressigen Phase gelesen und so hat dieses Überfrachtete mehrmals dazu geführt, dass ich den Überblick über den Stand der Ermittlungen und auch über die Charaktere verloren habe. Entweder hätte sie die Story ausdünnen und dafür intensiver erzählen sollen, oder aber dem Buch noch einmal 100 bis 150 Seiten gönnen können. So fehlt mir ein stetiger Aufbau der Geschichte, der Atmosphäre schafft und den Leser in dieses London hätte eintauchen lassen können. Manche Entwicklungen haben sich für mich auf diese Weise zu schnell vollzogen. Gerade im Hinblick darauf, dass diese Geschichte und ihre Charaktere das Potential für eine Krimiserie haben, wäre es schön gewesen, den Auftakt etwas ausführlicher zu gestalten und vor allem den Nebencharakteren mehr Raum zu geben. Dann wäre es vielleicht auch (etwas gruseliger) gewesen und ich hätte im Finale miträtseln können.

Fazit: Die Seelen von London ist ein schöner, unterhaltsamer Urban-Fantasy-Krimi, der durchaus ein Auftakt einer Serie sein könnte. Weiter verfolgen würde ich diese Serie auf jeden Fall. Für sich genommen ist die Geschichte demnach gelungen, doch ist sie entweder völlig überfrachtet mit eigentlich guten Ideen oder sie ist zu kurz ausformuliert. Wie auch immer, jedefalls war sie so wie sie ist, nicht zu jedem Zeitpunkt völlig nachvollziehbar und daher konnte ich auch nicht miträtseln, wer es denn nun war. Nichtsdestotrotz ist die Grundidee toll und es gibt genügend Potential für eine Fortsetzung.

Buchdaten: Die Seelen von London – A.K. Benedict
Originaltitel: Jonathan Dark or the Evidence of Ghosts

Genre: Fantasy
Klappenbroschur
400 Seiten
Knaur
Erschienen: 01. Juni 2017
ISBN: 978-3-426-52055-0
Preis: 14,99€

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s