Sylvia Englert – Das dunkle Wort

Rundum gelungener Einzelroman

Zum Inhalt: Das Orchideenreich Skaidar schwebt in höchster Gefahr: An seiner nördlichen Grenze ist ein Heer aufmarschiert, das von unheimlichen Glasklingen-Kriegern begleitet wird, während gleichzeitig ein seltsamer Zauber von der Hauptstadt ausgehend immer weitere Teile des Landes zu Kristall erstarren lässt. Nur einer kann jetzt noch helfen, und so schickt Idassa, oberste Magierin und Beraterin des Königs, einen verzweifelten Hilferuf an ihren ehemaligen Mentor Terwyn. Doch der hat sich geschworen, nie wieder Magie einzusetzen, seit er eine nicht wiedergutzumachende Schuld auf sich geladen hat … (Quelle)

Meine Meinung: Ich liebe Bücher über Magier und Magie, so hat auch dieses hier mein Interesse geweckt. Bei Debut-Autoren oder Autoren, die ich noch nicht kenne, bin ich mittlerweile vorsichtig geworden, doch beim Knaur-Verlag wurde ich selten enttäuscht. So auch hier, denn man merkt dem Text gleich an, dass er aus der Feder einer erfahrenen Autorin stammt, die vor allem unter einem Pseudonym Jugend- bzw. Kinderbücher veröffentlicht hat. In diesem Buch, welches eindeutig für ein erwachsenes Pupblikum geschrieben ist, schafft sie es eindrucksvoll eine atmosphärisch dichte und spannende Geschichte in einem gar nicht mal langen Buch zu erzählen. Herrlich um zwischendurch abtauchen zu können, ohne sich auf eine komplizierte Welt einlassen zu müssen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Magier Terwyn. Eigentlich ein herzensguter Mensch hat er sich in seiner Neugier zu weit in Bereiche der Magie gewagt, die er nicht kontrollieren konnte, was unweigerlich zur Katastrophe führte. Daraufhin schwor er der Magie ab und lebte fortan als Einsiedler ein Büßerleben. Doch das Orchideenreich wird von einer unbekannten Magie bedroht und seine alten Gefährten des magischen Zirkels bitten ihn um Rat. Er muss sich um das Reich zu retten nun nicht nur der Bedrohung von außen stellen, sondern auch mit seiner Vergangenheit ins Reihe kommen.
Das Buch ist geschickt aufgebaut: Die Perspektive des Haupterzählstranges gebührt Terwyn und beschreibt den aktuellen Kampf gegen die Bedrohung. Als Leser weiß man zu Beginn zwar den Grund seines Einsiedlerdaseins, doch über die Details und somit im Grund auch über die Gesinnung Terwyns weiß man nichts. Dieses Hintergrundwissen bekommt man durch spezielle Abschnitte, in denen Terwyn sein eigenes Manuskript liest oder rekapituliert und so werden in die aktuellen Geschehnisse geschickt Rückblenden eingebaut, die der Geschichte Tiefgang, Charme und Atmosphäre verleihen. Nebenbei gibt es noch einige Nebenperspektiven, die gut dazu dienen die Haupthandlung durch die Sicht anderer zu bereichern. Auf diese Weise wird das Buch schön rund und gegen Ende auch wirklich spannend.
Während des Lesens war mir das Erzähltempo weder zu langsam noch zu schnell, sondern traf genau das Mittelmaß, so dass ich mich herrlich damit entspannen konnte und auch sehr schnell in die Geschichte hineinfand. Auch die Magie wurde ausreichend ausführlich und plastisch geschildert. Es ist schon beinahe schade, dass es sich nur um einen Einzelband handelt, denn die Charaktere, das Thema und die Umsetzung haben mir wirklich gut gefallen. Doch ich hoffe, dass die Autorin noch mehr Fantasybücher in dieser Stilrichtung schreibt.

Fazit: Das dunkle Wort ist ein in sich abgeschlossenener Fantasyroman, der es schafft auf erstaunlich wenig Seiten mich in seinen Bann zu ziehen. Es ist alles enthalten, was der Leser von einem solchen Roman erwarten kann: Magie, eine einige Welt, Spannung, Kampf, aber auch Romantik, Freundschaft, Politik und Feindseligkeiten kommen nicht zu kurz. Die Erzählweise und der Aufbau des Buches machen das Eintauchen in die Welt einfach und machten es für mich zu einem regelrechten Fantasy-Wohlfühlbuch.

Buchdaten: Das dunkle Wort – Sylvia Englert
Genre: Fantasy
Taschenbuch
400 Seiten
Knaur
Erschienen: 01. März 2018
ISBN: 978-3-426-52107-6
Preis: 12,99€

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